Ohne Stuttgart 21 keine U 12
BAD CANNSTATT: Das umstrittene Milliardenprojekt ist die wirtschaftliche Grundlage für die neue Stadtbahntrasse
Aus Cannstatter Sicht wird dieses Vorhaben natürlich sehr begrüßt, denn hier gibt es schon seit Jahrzehnten die Forderung, den Hallschlag an das ÖPNV-Schienennetz anzubinden. Umso erfreuter war man deshalb, als der Bund endlich grünes Licht gab. Grundlage dafür war eine so genannte standardisierte Bewertung, bei der die geplante Trasse auf das zu erwartende Fahrgastaufkommen - sprich ihre Wirtschaftlichkeit - hin untersucht wird. Im Falle der U 12 war hierfür einzig und allein das Bauvorhaben auf den freiwerdenden Flächen von Stuttgart 21 ausschlaggebend. „Falls das Projekt gekippt wird, bedeutet dies das Aus für die U 12“, sagt SSB-Chefplaner Volker Christiani. Denn dadurch fehle dem Stadtbahnprojekt die wirtschaftliche Grundlage. „Dann gibt es natürlich auch keine Stadtbahn hoch zum Hallschlag“, so Christiani. Ein Fakt, den er jedoch den Gegnern des Milliardenprojekts im Bezirksbeirat Bad Cannstatt schön öfters mitgeteilt habe.
Unabhängig von der jüngsten Debatte über einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 gehen die Planungen der SSB weiter. Zumal die Arbeiten auf dem A-1-Areal schon weit voran geschritten sind. Die Stadtbahntunnel, die quasi durch den „Keller“ der neuen Bibliothek führen, sind bereits gegraben. „Wir wollen deshalb mit dem Trassenbau zwischen Löwentor und Hallschlag Mitte 2011 beginnen“, so der SSB-Planer. Ziel sei, dass die erste Stadbahn knapp zwei Jahre später hoch zum Hallschlag fährt.
Im Zuge des Pragsatteltunnels wurde der gesamte Kreuzungsbereich Löwentorstraße umgestaltet. Die SSB hat diese Gelegenheit genutzt und die künftigen Gleise gleich über die Pragsstraße hinweg mitverlegt. Kurz danach ist auch die erste Haltstelle vorgesehen. Da in einigen Jahren 80 Meter lange Stadtbahnzüge nach Remseck fahren sollen, ist der Mittelbahnsteig auf eine entsprechende Länge konzipiert.
An den Kreuzungen Löwentorstraße/Hunklinge, Löwentorstraße/Züricher Straße und Löwentorstraße/Auf der Steig sind Kreisverkehre mit Ampeln geplant. Nur an der Kreuzung Sparrhärmlingweg soll der Verkehr wie bisher auch geregelt werden. Da auf der Löwentorstraße das tägliche Aufkommen mit bis zu 13 000 Fahrzeugen moderat ist, war das Stadtplanungsamt der Meinung, dass ein Rückbau der bisher vier auf zwei Spuren möglich ist. Stattdessen sind breitere Gehwege, Baumpflanzungen sowie auf beiden Seiten ein Radweg vorgesehen. Diese Maßnahmen werden von der Stadt bezahlt, da Bund und Land nur ÖPNV-Baumaßnahmen - in diesem Fall die Trasse samt Haltestellen - bezuschussen. „Umso erfreulicher, dass der Gemeinderat 1,5 Millionen Euro für ein schöneres Straßenbild gewährt hat“, so Christiani.



Artikel kommentieren