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Ohne Stuttgart 21 keine U 12

BAD CANNSTATT: Das umstrittene Milliardenprojekt ist die wirtschaftliche Grundlage für die neue Stadtbahntrasse

  Schon seit einigen Jahren liegen die Stadtbahngleise inmitten der Löwentorstraße bis kurz vor der Hauptverwaltung der  SV-Versicherungen.Foto: Nagel
 

Schon seit einigen Jahren liegen die Stadtbahngleise inmitten der Löwentorstraße bis kurz vor der Hauptverwaltung der SV-Versicherungen. Foto: Nagel

 
Ob die Stadtbahnlinie U 12 einmal hoch auf den Hallschlag fährt, hängt ohne wenn und aber an Stuttgart 21. Denn nur durch das Großprojekt und dessen städtebauliches Konzept konnte die Stuttgarter Straßenbahnen AG die Wirtschaftlichkeit der Trasse nachweisen. Und ohne die gibt es kein Geld vom Bund. Das Aus von Stuttgart 21 würde folglich auch das Ende der U 12 bedeuten.

Von Uli Nagel

Seit Jahrzehnten schon werden die Planungen für die neue Stadtbahnlinie U 12 vorangetrieben. Die Strecke führt vom Stuttgarter Hauptbahnhof über Stuttgart-Nord, Löwentor, den Hallschlag bis zur Aubrücke in Münster. Dort mündet die neue Trasse auf die der U 14. Denn diese Stadtbahnlinie soll künftig nur noch bis Hofen fahren, die Strecke nach Remseck übernimmt dann die neue U 12. Die Gesamtkosten des SSB-Projektes: rund 190 Millionen Euro, wovon allein der Abschnitt durch das A-1-Areal bis zum Nordbahnhofviertel 93 Millionen Euro kostet. Der Abschnitt vom Hallschlag bis zur Aubrücke verschlingt 65 Millionen Euro. Vergleichsweise günstig ist die Strecke auf Cannstatter Gemarkung zwischen Löwentor und dem Hallschlag mit 25 Millionen Euro. Doch dieses Vorhaben ist finanziell nur Dank der Hilfe durch Bund (60 Prozent) und Land (20 Prozent) machbar. Bewilligt wurden bisher die ersten beiden Streckenabschnitte, also auch der vom Löwentor hoch zum Hallschlag

Aus Cannstatter Sicht wird dieses Vorhaben natürlich sehr begrüßt, denn hier gibt es schon seit Jahrzehnten die Forderung, den Hallschlag an das ÖPNV-Schienennetz anzubinden. Umso erfreuter war man deshalb, als der Bund endlich grünes Licht gab. Grundlage dafür war eine so genannte standardisierte Bewertung, bei der die geplante Trasse auf das zu erwartende Fahrgastaufkommen - sprich ihre Wirtschaftlichkeit - hin untersucht wird. Im Falle der U 12 war hierfür einzig und allein das Bauvorhaben auf den freiwerdenden Flächen von Stuttgart 21 ausschlaggebend. „Falls das Projekt gekippt wird, bedeutet dies das Aus für die U 12“, sagt SSB-Chefplaner Volker Christiani. Denn dadurch fehle dem Stadtbahnprojekt die wirtschaftliche Grundlage. „Dann gibt es natürlich auch keine Stadtbahn hoch zum Hallschlag“, so Christiani. Ein Fakt, den er jedoch den Gegnern des Milliardenprojekts im Bezirksbeirat Bad Cannstatt schön öfters mitgeteilt habe.

Unabhängig von der jüngsten Debatte über einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 gehen die Planungen der SSB weiter. Zumal die Arbeiten auf dem A-1-Areal schon weit voran geschritten sind. Die Stadtbahntunnel, die quasi durch den „Keller“ der neuen Bibliothek führen, sind bereits gegraben. „Wir wollen deshalb mit dem Trassenbau zwischen Löwentor und Hallschlag Mitte 2011 beginnen“, so der SSB-Planer. Ziel sei, dass die erste Stadbahn knapp zwei Jahre später hoch zum Hallschlag fährt.

Im Zuge des Pragsatteltunnels wurde der gesamte Kreuzungsbereich Löwentorstraße umgestaltet. Die SSB hat diese Gelegenheit genutzt und die künftigen Gleise gleich über die Pragsstraße hinweg mitverlegt. Kurz danach ist auch die erste Haltstelle vorgesehen. Da in einigen Jahren 80 Meter lange Stadtbahnzüge nach Remseck fahren sollen, ist der Mittelbahnsteig auf eine entsprechende Länge konzipiert.

An den Kreuzungen Löwentorstraße/Hunklinge, Löwentorstraße/Züricher Straße und Löwentorstraße/Auf der Steig sind Kreisverkehre mit Ampeln geplant. Nur an der Kreuzung Sparrhärmlingweg soll der Verkehr wie bisher auch geregelt werden. Da auf der Löwentorstraße das tägliche Aufkommen mit bis zu 13 000 Fahrzeugen moderat ist, war das Stadtplanungsamt der Meinung, dass ein Rückbau der bisher vier auf zwei Spuren möglich ist. Stattdessen sind breitere Gehwege, Baumpflanzungen sowie auf beiden Seiten ein Radweg vorgesehen. Diese Maßnahmen werden von der Stadt bezahlt, da Bund und Land nur ÖPNV-Baumaßnahmen - in diesem Fall die Trasse samt Haltestellen - bezuschussen. „Umso erfreulicher, dass der Gemeinderat 1,5 Millionen Euro für ein schöneres Straßenbild gewährt hat“, so Christiani.

 

Artikel vom 21.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (3)

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25.09.2010 14:38 von EH

Zu Wofi: Warum beeinträchtigen Gleise, die am Boden befestigt sind, und die Fahrdrähte das Naherholungsgebiet oder die Frischluftzufuhr? Auch die kurze Zeit, in der die Stadtbahn vorbeifährt, verändert die Frischluftzufuhr nur unwesentlich. Oder meinen Sie ein anderes Bauvorhaben als die Stadtbahn?

22.09.2010 21:00 von gegen-s21spinner

ja wunderbar das nicht die u12 strecke gebaut wird. den auf dem mittelstreifen der löwentorstr. ist die lieblings pinkel und kackstelle meiner hunde. die währe ja weg wen gebaut wird. bitte bitte lasst uns schnell eine bürgerinitiative gründen gegen stuttgartu12. pro hundeklo!!!

22.09.2010 08:19 von Wofi

Da wären viele Bürger in Münster froh, wenn dieser Abschnitt Austraße- Hallschlag nicht gebaut wird. der Bereich, wo diese Trasse durchführen soll, ist ein Naherholungsgebiet der Münsterer Bevölkerung. Ausserdem wird die Frischluftzufuhr nach Münster durch dieses Bauvorhaben gravierend beeinträchtigt.


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