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Kein Neckarwasser mehr für den Max-Eyth-See

HOFEN: Gemeinderat stimmt für die Schließung der Verbindung zum Fluss

  Künftig soll kein Neckarwasser mehr in den Max-Eyth-See fließen. Die kleine Schleuse (roter Kreis) soll laut dem Ausschuss für Umwelt und Technik dicht gemacht werden. Foto: Archiv
 

Künftig soll kein Neckarwasser mehr in den Max-Eyth-See fließen. Die kleine Schleuse (roter Kreis) soll laut dem Ausschuss für Umwelt und Technik dicht gemacht werden. Foto: Archiv

 

Von Iris Frey

Der Ausschuss für Umwelt und Technik sowie der Verwaltungsausschuss haben der Beschlussvorlage zugestimmt, dass die Neckarverbindung des Max-Eyth-Sees geschlossen wird. Außerdem soll ein Überlauf und ein Pumpwerk errichtet werden.Im Rahmen des Projekts „Der Max-Eyth-See soll sauberer werden“ wurden die Maßnahmen zum Bau einer Wasserleitung vom Pumpwerk Hofen zum Verteilerschaft und das Klassenzimmer am See eingerichtet und fertiggestellt. Auch wurde eine Verteilerleitung am südlichen Seeufer gebaut. Das Büro für Gewässerkunde und Landschaftsökologie hat eine Machbarkeitsstudie erstellt. Daraus geht hervor, dass ein Überlaufbauwerk errichtet werden soll und die bestehende Verbindung zum Neckar geschlossen werden soll.

Hintergrund ist der, dass der See derzeit über eine Wasserausgleichs-Filteranlage mit dem Neckar verbunden ist. Der Wasserhaushalt des Sees wird durch nachtströmendes Neckarwasser aufrecht erhalten. Daher ist die Wasserqualität unter anderem durch die mit dem zuströmenden Neckarwasser eingetragenen Nährstoffen erheblich belastet. Mitte des Jahres 2006 hat die Verwaltung ihre Studie zur Sanierung des Max-Eyth-Sees vorgestellt mit dem Ziel, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, was auch erfolgt ist.

Die Studie empfiehlt nun, dass Grundwasser aus dem Pumpwerk Hofen in einer Menge von 400 000 Kubikmeter im Sommerhalbjahr über eine Verteilerleitung im südlichen Seeufer eingeleitet werden soll. Dies ist geschehen: Eine Wasserleitung zu einem Verteilerschacht wurde gebaut. Ein Abzweig zur Speisung des Quellsteins des Klassenzimmers am See wurde vorbereitet. Eine Grundwasser- einschließlich Verteilerleitung ans südliche Seeufer wurde abgeschlossen.

In der nun dritten Projektphase soll ein Überlauf mit Pumpwerk errichtet werden und im kommenden Winter die Neckarverbindung geschlossen werden. Wie Claus Strobel auf Nachfrage erklärte, wird die Verbindung am Schleusentor bei der Brücke geschlossen. Falls der Wasserpegel des Max-Eyth-Sees ansteigen sollte, wird ein Überlauf eingerichtet, so Strobel, der wie eine Rückstauklappe funktioniere. Das Wasser aus dem Max-Eyth-See könne dann in den Neckar strömen kann, aber nicht umgekehrt.

Zuleitung von Grundwasser

Danach soll eine so genannte Sedimentkonditionierung gemacht werden. Erst dann könne eine Zuleitung von Grundwasser aus dem Pumpwerk Hofen erfolgen. Bei der Sedimentkonditionierung wird dem Wasser Phosphor entzogen, so Strobel. Dies sei wichtig, um das Wasser zu reinigen. Diese Reinigung wird mit Hilfe von Booten ausgeführt.

Die Kosten für die Schließung der Neckarverbindung, Überlauf, Pumpwerk und Sedimentkonditionierung betragen nach Angaben der Stadtverwaltung 400 000 Euro. Über das Förderprogramm „Unser Neckar“ wird die Stadt beim Regierungspräsidium (RP) einen Zuschussantrag stellen. Das RP hat eine Förderung von rund 55 Prozent in Aussicht gestellt. Dies entspricht bei förderfähigen Kosten von rund 373 600 Euro einem Betrag von rund 205000 Euro. Die Stadt müsste Komplementärmittel von 195 000 Euro aufbringen.

Die Stadt wird auch im Herbst beim Verband Region Stuttgart im Rahmen der Förderung „Landschaftspark Neckar Projekte“ einen zusätzlichen Förderantrag stellen. Da dieses Projekt noch nicht im Haushalt 2010/2011 enthalten ist, sind die Auszahlungen im Finanzhaushalt in Höhe von 225000 Euro außerplanmäßig bereitzustellen. Die Sedimentkonditionierung kostet 17 5000 Euro.

 

Artikel vom 31.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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