Baurechtsamt lehnt weitere Spielhalle ab

UNTERTüRKHEIM: Potenzieller Investor wollte im Postwohnheim eine große Spielothek einrichten

(mk) - Die Albträume der Untertürkheimer werden ein wenig kleiner: Eine Spielhalle gibt es bereits im Bahnhof, eine zweite entsteht gerade, die dritte im Nachbargebäude lehnte das Baurechtsamt nun aber ab. Die Bauvoranfrage für eine große Spielothek im Postwohnheim wurde negativ beschieden.

Mit Argwohn beobachten die meisten Untertürkheimer das Geschehen rund um den Bahnhof. Mit der seit Jahren bestehenden Spielhalle im altehrwürdigen Bahnhof konnten die meisten noch leben. Seit vergangener Woche wird jedoch die Bahnhofsgaststätte und der benachbarte Kiosk zu einer weiteren Spielothek ausgebaut. Und ein weiteres Damoklesschwert hing bislang über dem Bahnhof. Ein potenzieller Investor hatte sich mit einer Bauvoranfrage ans Baurechtsamt gewandt. Im Nachbargebäude, dem ehemaligen Postwohnheim, wollte der Interessent eine Spielhalle unterbringen. Laut Baurechtsamt sollte sie die Größe von drei Spielhallen umfassen (wir berichteten). Daran ist das Vorhaben nun gescheitert. „Wir haben die Bauvoranfrage abgelehnt“, sagt Bodo Köhl vom Baurechtsamt. Die Ablehnung wurde einerseits mit der Häufung der Spielsalons im Ortskern und andererseits mit der geplanten Größe begründet. Die Schwierigkeit bei Spielhallen im Untertürkheimer Bahnhofsgebäude bestehe darin, dass es nicht den normalen Vergnügungsstätten-Prinzipien, die beispielsweise im Ortskern gelten, unterliegt. In der Konsequenz mussten die Mitarbeiter des Baurechtsamts bereits Anfang des Jahres den zweiten Spielsalon genehmigen. „Man müsste eigentlich den Bahnhofsbereich planerisch fassen“, so Köhl. Insofern könne er sich durchaus vorstellen, dass weitere Bauvoranfragen für das einstige Postwohnheim eingehen werden. Schließlich steht das Gebäude zum Verkauf an. Das Erdgeschoss nutzt die Familie Ates seit mehr als 15 Jahren. Mit Sorgen hat auch Pächter Ali Ates von den Gerüchten über die Spielhalle gehört und sich gewundert. „Unser Pachtvertrag geht noch bis Ende 2011 und wir wollen keinen Spielsalon etablieren. Es gibt schon zu viele im Ortskern“, wettert der Lebensmittelhändler. Damit ist er der gleichen Überzeugung wie der Industrie-, Handels- und Gewebeverein (IHGV) Untertürkheim. Der IHGV hat in einem Brief Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster darum gebeten, etwas gegen die zunehmende Zahl an Spielhallen zu unternehmen. Ein Vorschlag bestünde darin, eine höhere Vergnügungssteuer für solche Spielstätten zu erheben. Zustimmung erhält der IHGV auch von den Bürgern. „Mehrere Bewohner haben uns angesprochen, die etwas gegen Spielhallen unternehmen wollen“, freut sich IHGV-Chef Markus Krautter.

 

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Artikel vom 31.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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