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Da wird selbst der Profi-Gärtner neidisch

UNTERTüRKHEIM: Juroren des Blumenschmuckwettbewerbs „Natürlich Stuttgart“ bewerten Balkon- und Gartengestaltung

  Eberhard Schnaufer vom Gartenamt bewertet nicht nur die Optik der Gärten. Bei der Entscheidungsfindung spielen auch andere Sinne eine Rolle. Hier riecht der Juror des Wettbewerbs „Natürlich Stuttgart“ an einer Rose.Foto: Tannich
 

Eberhard Schnaufer vom Gartenamt bewertet nicht nur die Optik der Gärten. Bei der Entscheidungsfindung spielen auch andere Sinne eine Rolle. Hier riecht der Juror des Wettbewerbs „Natürlich Stuttgart“ an einer Rose. Foto: Tannich

 
(pas) - Mit geübtem Blick schauen sich die Juroren des Blumenschmuckwettbewerbs seit Mittwoch vergangener Woche Balkone und Gärten im gesamten Stadtgebiet an. Gestern nahmen sie die Arbeit der Ober- und Untertürkheimer Hobbygärtner unter die Lupe. „Leider stagniert die Teilnehmerzahl“, erklärt Herbert Heinermann vom Württembergischen Gärtnereiverband.

Die Juroren müssen mit allem rechnen. Wer zu früher Morgenstunde in fremden Gärten umherspaziert, begegnet am ersten Ferientag schon einmal Kindern im Nachthemd, die gerade ihre Hasen füttern. Gestern war der achte und letzte Tag an dem Juror Eberhard Schnaufer vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt die - mit ihm vierköpfige - Jury in die Gärten führte.

„Seit über 100 Jahren gibt es diesen Wettbewerb. Er wurde damals vom Verschönerungsverein Stuttgart durchgeführt“, sagt Schnaufer. Inzwischen veranstaltet die Stadt den Wettbewerb „Natürlich Stuttgart“ zusammen mit dem Württembergischen Gärtnereiverband. Sabine Metzger von den Gartenfreunden Stuttgart unterstützt Heinermann und Schnaufer bei der Vergabe der Preise, wie auch Walter Scheffel vom Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Stuttgart.

Wem von den mehr als 500 Bewerbern welche Ehrung zu Teil wird, ist nicht immer leicht zu entscheiden. „Beim Vergleich der vielen Gärten legen wir Wert auf die Zielsetzung des jeweiligen Gärtners“, erklärt Sabine Metzger. „Sehen wir, dass an der Umsetzung der Ziele erfolgreich gearbeitet wurde oder wird, hat der Kandidat sicherlich gute Chancen.“ Ob es für eine lobende Anerkennung, einen zweiten, ersten oder gar Sonderpreis gereicht hat, erfahren die Gartenbesitzer von Schnaufer postalisch. „Die Geehrten werden am 19. Oktober von OB Wolfgang Schuster im großen Sitzungssaal des Rathauses ausgezeichnet“, sagt Schnaufer.

An manchen langjährigen Teilnehmer knüpfen die Juroren besondere Erinnerungen. So freut sich Heinermann bereits beim Einbiegen in eine Wohnstraße: „Jetzt kommen meine Lieblingsfuchsien“. Mit sichtlichem Respekt bewundert er den Blumenschmuck. „Die Fuchsien sind schätzungsweise 30 Jahre alt, sie so lange gesund zu halten - tolle Leistung.“ Der Juror und seine drei Kollegen geht es aber nicht nur um die Gärten, sondern auch um die Bepflanzung der diversen Balkone in der Stadt. Gerade wenn sie gepflegt und üppig bepflanzt sind, verschönern sie das Straßenbild enorm. Geranien sind sehr beliebt und wenn die einzelnen Parteien ihre Balkone einheitlich schmücken, entlockt die Gesamtwirkung des Hauses den Juroren schon einmal die Wertung „bombastisch“.

 

Artikel vom 30.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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