DIE HANDLUNG VON AIDA
Das Opernspektakel unter freiem Himmel Hier erhalten Sie Karten
Mehr als 100 Mitwirkende werden auf der Freilichtbühne das alte Ägypten und die tragische Liebesgeschichte von Aida und Radames zum Leben erwecken
Pyramiden und Sphinxen, grüne Nillandschaften und historische Roben verbinden sich mit orientalisch-angehauchten Klängen zu einem mitreißenden Gesamtkunstwerk. Mit Fanfaren, Pauken und Trompeten, gewaltigen Chören einerseits und emotionalen Romanzen andererseits stürzt das Stück den Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle. Für viele ist Aida die Oper schlechthin. Bei der Wahl des Werks wissen sich die Veranstalter, das Konzert- und Veranstaltungsbüro Ludewig, deshalb auf der sicheren Seite. Die Entstehung des Werks geht auf den ägyptischen Vizekönig Ismail Pascha zurück. Dieser wünschte sich 1870 für seine im Vorjahr eröffnete Oper in Kairo ein eigens geschriebenes Werk. Ein Berater legte ihm sein Aida-Buch vor und vermittelte eine Anfrage bei Verdi. Nach kurzem Zögern stimmte der Komponist zu. Verdi bemühte sich um Details der Aufführung, wie die Besetzung, die Dekorationen und die Kostüme.
Anfang 1871 war die Oper vollendet. Doch die Uraufführung wurde wegen des Deutsch-Französischen-Krieges verschoben. Sie fand in Kairo am 24. Dezember 1871 statt und wurde ein Erfolg.
Für die Sänger, Musiker und Techniker bedeutet eine Open-Air-Produktion eine besondere Herausforderung. Schließlich müssen hier die Aufführung und das Ambiente der Spielstätte miteinander vereint werden. Mehr als 100 Mitwirkende werden am 8. August auf der Freilichtbühne stehen. Das Plovdiv Philharmonic Opera - das staatliche Sinfonieorchester - spielt unter der Leitung von Nayden Todorov. Das 120-köpfige Ensemble ist auf Europas Bühnen ein gern gesehener Gast: Deutschland, die Schweiz, die Tschechische Republik, Polen, Italien, Russland, Österreich, Frankreich, Griechenland und Spanien sind nur einige Stationen im Tourneeplan der Musiker.
Zu den Solisten gehört die bulgarische Sopranistin Elena Baramova. Mit ihrem Repertoire, das Hauptrollen vieler großer Opern umfasst, ist die Sängerin ein gefragter Gast auf europäischen Bühnen. Sie brillierte als Abigaille in Nabucco und als Aida an der Polish National Opera. Zu hören sind zudem Elena Chevdarova-Isa (Sopran), Rafael Cavero (Tenor), Marjan Jovanoski, (Bariton) sowie Krassimir Derilov (Bass).
Zu einem stimmungsvollen Abend dürfte auch der Veranstaltungsort beitragen. Mitten im Höhenpark Killesberg gelegen wurde die Freilichtbühne 1939 zur Reichsgartenschau fertiggestellt. Die Atmosphäre eines Open-Air-Konzerts an einem schönen Sommerabend gilt für viele Besucher als ein unvergleichliches Erlebnis.
Stuttgart (red) - Verdis Oper Aida gastiert am 8. August um 19 Uhr (Einlass ist um 18 Uhr) auf der Freilichtbühne Killesberg. Die Karten kosten je nach Kategorie zwischen 34,50 sowie 58 Euro und sind erhältlich beim
Easy-Ticket-Service der Cannstatter Zeitung Wilhelmstraße 18-20
Bad Cannstatt Telefon 0711/ 955 68 12 (Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Samstag 8 bis 12 Uhr)
oder
Easy-Ticket-Service der Eßlinger Zeitung Marktplatz 6 Esslingen Telefon 0711/ 9310 230 (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr)
oder an allen anderen bekannten Vorverkaufsstellen. Anreise: Mit der Bahn fahren Besucher bis zum Hauptbahnhof, von dort aus mit der Stadtbahn U 7 in Richtung Killesberg/ Messe (die Fahrzeit beträgt fünf Minuten). Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Das Ticket berechtigt zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im VVS.
Die Handlung Von Aida
1. Akt: Der Oberpriester Ramphis lässt den jungen Radames wissen, dass ein Angriff der Äthiopier auf Theben bevorstehe und die Götter dafür bereits den Heerführer auserwählt haben. Radames hofft, der Auserwählte zu sein, um nach einem Sieg seine Geliebte, die Sklavin Aida, in ihre Heimat zurückzuführen. Amneris, die Tochter des ägyptischen Königs, liebt Radames ebenfalls und sieht in Aida eine Rivalin. Ein Bote meldet den Einfall der Äthiopier, Radames wird zum Heerführer ausgerufen. Aida ist hin und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Radames und der Sympathie zu ihrem eigenen Volk.
2. Akt: Radames hat die Äthiopier siegreich geschlagen. Amneris erwartet ihn zurück. Mit einer List versucht sie, die wahren Gefühle Aidas für Radames herauszufinden. Mit der Behauptung, Radames sei gefallen, entlockt sie ihr ein Liebesgeständnis. Vor den Toren Thebens wird der siegreiche Radames empfangen. Aida erkennt unter den Gefangenen ihren Vater, den äthiopischen König, der ihr zuraunt, ihn nicht zu verraten. Zusammen mit seinen Kriegern bittet er den König von Ägypten um Gnade. Radames selbst spricht den Wunsch aus, alle Äthiopier freizulassen - nur Aida und ihr Vater sollen als Geiseln am Hof bleiben. Der ägyptische König ruft Radames zum Thronfolger aus.
3. Akt:Am Ufer des Nils wartet Aida auf ihren Geliebten Radames, der sie dorthin gebeten hat. Zuvor trifft sie jedoch auf ihren Vater, der ihr Hoffnung macht, in die Heimat zurück zu kehren, wenn man die Ägypter besiege. Dazu muss Aida allerdings Radames nach der Marschroute der Ägypter aushorchen. Dies bringt Aida in einen Gewissenskonflikt. Als Radames kommt, beschließen sie zu fliehen. Dabei verrät Radames die Stellungen der Ägypter. Der versteckte äthiopische König gibt sich zu erkennen und Radames erkennt mit Erschrecken, was er getan hat. Aus dem Tempel kommen bereits Amneris und Ramphis, die dort die Hochzeitsvorbereitungen abgeschlossen haben. Aida und ihrem Vater gelingt die Flucht und Radames stellt sich dem Oberpriester und den Wachen.
4. Akt: Die Königstochter Amneris verspricht dem gefangenen Radames die Freiheit, wenn er Aida entsagt. Radames weigert sich jedoch. So wird er zum Tod eines Ehrlosen verurteilt. In der Grabkammer eingeschlossen sind seine Gedanken bei Aida, die plötzlich aus dem Dunkeln auftaucht. Sie hat sich heimlich eingeschlichen, um gemeinsam mit ihrem Geliebten zu sterben. Radames schließt sie in seine Arme und gemeinsam erwarten sie den Frieden des Jenseits. Der unerbittliche Gesang der Priester vermischt sich mit den liebeswunden Gebeten von Amneris, während Radames und Aida endlich im Tode vereint sind.



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