„Batgirl“ Ronja und ihr wichtiger Job

BAD CANNSTATT: Die 14-jährige Schülerin hilft bei der EM auf dem Spielfeld

 


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(jps) - Wie im Fußball oder im Tennis, gibt es auch beim Baseball Jungen und Mädchen, die für einen reibungslosen Ablauf des Spiels sorgen. Die so genannten „Batboys“ und „Batgirls“ sammeln weggeworfene Schläger auf und versorgen den Schiedsrichter mit Spielbällen. Softballspielerin Ronja Kratky aus Steinhaldenfeld ist eine von ihnen.

Gleich ist es wieder soweit. Das Spiel zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend ist im vierten Durchgang kurz unterbrochen. Der Umpire (Schiedsrichter) signalisiert in Richtung der französischen Bank mit drei ausgestreckten Fingern, dass er drei neue Bälle benötigt. Sofort flitzt Ronja von ihrem Posten neben der Spielerbank los, um ihm Nachschub aufs Spielfeld zu bringen. Denn der Schiedsrichter muss immer genug Vorrat in seinen Taschen haben, um kaputte, stark verschmutzte oder über die Bande geflogene Bälle sofort ersetzen zu können. Bei der Baseball-EM auf dem Schnarrenberg kümmern sich die Junioren der Stuttgart Reds, die Base- und Softballer des TV Cannstatt, bei den Spielen um die Nationalmannschaften. Neben dem „Ballbringer“ ist für jedes Team ein „Batboy“ oder „Batgirl“ dafür zuständig, die Schläger aufzusammeln, die von den Spielern nach ihrem Schlag auf den Boden geworfen werden. Ronja kann in jungen Jahren schon auf eine lange Sportlerlaufbahn zurückblicken. Mit fünf Jahren spielte die heute 14-Jährige zum ersten Mal für die Reds. Auf den Geschmack gekommen ist sie durch ihren älteren Bruder, der ebenfalls im Verein spielt. Mittlerweile hat sie sich auf Softball festgelegt, eine Variante des Baseball, da der TVC nur dort eine eigene Mädchen-Mannschaft anbietet. Seit 2008 spielt Ronja in der baden-württembergischen Softball-Auswahl, mit dem TVC ist sie bereits Meister geworden und aufgestiegen. Vier Mal in der Woche muss sie zum Training, dazu kommen die Spiele am Wochenende. Probleme mit der Schule gibt es keine. Die Jahn-Realschule unterstützt die Achtklässlerin, die bei der Stuttgarter Sportmeisterehrung 2009 die Auszeichnung in Bronze erhielt. Dass sie mit ihrer in Deutschland wenig populären Sportart oftmals auf fragende Gesichter im Bekanntenkreis stößt und „komische Fragen“ beantworten muss, ist sie bereits gewohnt. „Aber ich erkläre allen gerne wie mein Sport funktioniert“, sagt sie.Ihr Einsatz als „Batgirl“ bringt indes viele Vorteile. „Man ist ganz nah an den Teams und kann viel lernen“, sagt Ronja. Zudem spüre man die Anspannung der Spieler. Auch die gute Stimmung von den Zuschauerränge schwappe auf das Spielfeld über. Ihr größtes Idol im deutschen Team ist Ludwig Glaser, der „First-Base-Man“. „Er spielt die gleiche Position wie ich, von ihm kann ich mir einiges abschauen.“

 

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Artikel vom 29.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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