Porträts und Stillleben
B ad Cannstatt: Werke von Gabriele Schreiner und Winfried Mikolajczyk im Bezirksrathaus
(if) - Sie malt gerne Stillleben, Szenerien, in denen Gebrauchsgegenstände von Menschen zu sehen sind, Töpfe, Flaschen, Gläser oder auch Obst und Gemüse, Kisten und Knochen. Gabriele Schreiner. Im Neuen Bezirksrathaus präsentiert die Galerie Kunsthöfle die Werke dieser Stuttgarter Künstlerin zusammen mit den Porträt-Arbeiten des Stuttgarter Künstlers Winfried Mikolajczyk. Beiden Künstlern ist Stille und Nachdenklichkeit in ihren Arbeiten abzuspüren. Schreiners Stillleben sind in Öl auf Leinwand gemalt und fallen durch die Rahmung auf, die die Bildmotive unterstreicht. So versilbert sie die Rahmen selbst und schafft eine besondere Aura, etwa im Bild „Indian Coffee“ mit Metallkannen- und Töpfen.
Die Sujets der Stillleben reizen sie, weil sie verschiedene Dinge dabei miteinander kombinieren kann, etwa ein Stück silbernes Ofenrohr mit einem Blumentopf, aus dem gerade eine Amaryllis sprießt. Außerdem, sagt Schreiner: „Ich möchte die Materialien möglichst greifbar machen.“ Sie arbeitet in realistischer Manier. Schreiner gibt an der Volkshochschule Kurse. Ihr ältestes ausgestelltes Werk stammt von 1981. Es zeigt Musikinstrumente: Mandoline, Triangel, Gitarre und Banjo. Im Laufe der Jahre sind Schreiners Arbeiten heller und klarer geworden. Die Zitronen am Küchenfenster neben dem gespachtelten Bild von der Öllampe etwa sind auch vom Duft fast erlebbar. Schreiner ist seit vielen Jahren Mitglied der Galerie Kunsthöfle und zeigt regelmäßig ihre Werke. Sie ist ausgebildete Fotografin, aber auch studierte Werbegrafikerin. Winfried Mikolajczyks Bilder zeigen sein Lieblingthema: Porträts von Menschen. Er zeichnet und malt sehr gerne, beides ist in der Ausstellung zu sehen. Auch persönliche Schicksale sind in seinen Arbeiten nachzuvollziehen: Ein Selbstporträt voller Impulsivität und Schwung heißt „Nach der Herz-OP“. Das Bild steckt voll Spontanität und Gefühl. Dazu gehört „Ein Jahr danach“, ein schwarz gehaltenes Bild, aus der mit schwungvollem Strich ein Mensch heraustritt, voller Energie. Mikolajczyks Bilder zeigen unterschiedliche Stile. Immer wieder sind von ihm Selbstporträts in unterschiedlichen Lebensphasen zu sehen. Der aus der ehemaligen DDR stammende studierte Bildende Künstler, Maler und Grafiker und Dozent ist vor der Wende in den Westen gezogen, hat schon im Osten in seinen Kunstwerken für neue Gedanken plädiert, wie ein Bild zeigt, das er 1986 malte, kurz vor Gorbatschows Reformkurs. Die Werke bei der Galerie Kunsthöfle sind bis Ende September im Neuen Bezirksrathaus in Bad Cannstatt zu sehen



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