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DIE BURGRUINE IN HOFEN

Alter Torborgen der Burgruine soll geöffnet werden

HOFEN: Hirschgraben erhält direkten Zugang vom Neckarradweg

  Die Burgruine in Hofen aus Sicht des Neckarradweges. Der zugemauerte Torbogen (siehe gelber Rahmen) soll wieder geöffnet werden.Foto: Steegmüller
 

Die Burgruine in Hofen aus Sicht des Neckarradweges. Der zugemauerte Torbogen (siehe gelber Rahmen) soll wieder geöffnet werden. Foto: Steegmüller

 

(seb) - Vor mehr als sechs Monaten kaufte die Stadt Stuttgart den Hirschgraben an der Burgruine Hofen von einer Erbengemeinschaft zurück (wir berichteten). Um die große Wiese im Innenhof auch vom Neckarradweg aus zugänglich zu machen, soll der Torbogen, dessen Umrisse in der Burgmauer noch deutlich zu erkennen sind, wieder geöffnet werden.

Knapp 100 Treppenstufen und einen ordentlichen Fußmarsch müssen Besucher der Burgruine Hofen in Kauf nehmen, wenn sie derzeit vom Neckarradweg zum Hirschgraben wollen. Ein Umweg, der aus Sicht des Bürgervereins nicht notwendig ist, denn die Luftlinie beträgt gerade einmal 20 Meter. „Der Vorschlag, den alten Torbogen, den man in der Burgmauer noch erkennen kann, zu reaktivieren, ist sinnvoll“, sagt Georg Schiel vom Garten-, Friedhofs-, und Forstamt. „Die schöne Burgruine, von der aus gemeinsam mit der Engelsburg früher das Neckartal und Schifffahrt überwacht wurde, soll in der Öffentlichkeit als Ausflugsziel bewusst gemacht werden.“

Dafür käme eine Treppe in Frage, die vom Hirschgraben runter bis zum Neckarradweg führen könnte. „Das wäre eine tolle Sache, doch nicht so einfach zu realisieren. Zum einen ist die Lage im Haushalt angespannt, zum anderen ist eine längere Genehmigungsprozedur notwendig.“ Vom Hirschgraben müsse man bis zum Torbogen einige Meter abtragen, von unten zudem ein Podest und eine Treppe errichten. „Das Denkmalamt ist sehr vorsichtig und prüft die Vorschläge genau. Aber wir nähern uns langsam an.“ Im Herbst werde es eine Abstimmung über das Bauvorhaben geben. Der Hirschgraben selbst soll indes nicht für Flohmärkte und Feiern speziell befestigt oder gar mit einem Betonfundament ausgegossen werden. „Die Grasoberfläche im Innenhof bleibt bestehen, alles andere würde den Charakter der Burgruine nur verfälschen.“

Auch am schräg verlaufenden Kelterplatz in der Hofener Ortsmitte wünschen sich viele Anwohner Veränderungen. Doch an Umbaumaßnahmen für einen Wochenmarkt oder beispielsweise die Fasnetsumzüge der Hofener Scillamännle ist wohl vorerst nicht zu denken. „Den Platz, der in den 1960er-Jahren entstanden ist, müsste man begradigen und mit einer Mauer abstützen, aber das ist finanziell nicht machbar. Die Idee ist an sich in Ordnung, aber derzeit nicht umsetzbar“, sagt Schiel. Ebenso stelle sich die Frage, wie oft man die Fläche wirklich braucht. Stände seien auch an anderer Stelle möglich.

die burgruine in hofen

Die Burgruine Hofen ist die einzige Ruine im Stadtgebiet mit aufragenden Mauerresten. Sie war 1999 von der Stadt gekauft worden und seitdem Stück für Stück der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Der Bürgerverein Hofen hatte dafür gesorgt, dass in der Ruine ein Schild aufgestellt wird, das über die Anlage informiert. So erfährt der Besucher der Ruine, dass die Burg im 13. Jahrhundert erbaut und im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Sie diente zur Sicherung der Neckarfurt. Der Turm wurde abgerissen, als man Steine zum Bau der neuen Kirche benötigte.

 

Artikel vom 27.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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