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Polizei räumt besetztes Haus

GABLENBERG: Personen aus der Punk-Szene bezogen vorrübergehend leerstehendes Gebäude in der Gablenberger Hauptstraße

  Neun Hausbesetzer zogen am Wochenende in das leerstehende Gebäude in der Gablenberger Hauptstraße ein. Sonntagabend räumte die Polizei das marode Bauwerk.Foto: Evangelische Kirche
 

Neun Hausbesetzer zogen am Wochenende in das leerstehende Gebäude in der Gablenberger Hauptstraße ein. Sonntagabend räumte die Polizei das marode Bauwerk. Foto: Evangelische Kirche

 
(seb) - Unter dem Motto „Die Häuser denen, die sie nutzen“ zogen am Wochenende neun Hausbesetzer in ein leerstehendes Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde in der Gablenberger Hauptstraße ein. Sonntagabends war das „Mietverhältnis“ bereits wieder beendet: Polizeibeamte stürmten mit einer Ramme das Haus und räumten es.
Nicht nur der Hamburger Fischmarkt auf dem Karlsplatz versprühte zuletzt hanseatisches Flair. Auch ein Spaziergang durch Stutt­gart-Ost erinnerte am vergangenen Wochenende an das Hamburger Schanzenviertel. Grund: Rechtzeitig zur „Langen Ost-Nacht“ zogen neun junge Hausbesetzer im Alter zwischen 17 und 29 Jahren in ein leerstehendes Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde in der Gablenberger Hauptstraße ein und verbarrikadierten sich. „Die Eingangstür wurde zugeschraubt sowie durch querliegende Schränke verstellt“, sagte Polizeisprecherin Sybille Ahlborn.

Mit Transparenten wie „Wohnungslos muss nicht sein, zieht in leere Häuser ein“ brachten die neuen „Bewohner“ ihre Absichten zum Ausdruck. Zur Verwunderung der Nachbarn, die die Polizei verständigten. Sonntagabends beendeten die Polizeibeamten das „Mietverhältnis“ bereits wieder. „Mit einer speziellen Ramme verschafften sich die Beamten in das Gebäude Zutritt. Widerstand leistete keiner der neun Personen, die aus der Region Stuttgart stammen. Sie verhielten sich friedlich, akzeptierten den Platzverweis“, so Ahlborn.

Schon Mitte der vergangenen Woche haben drei Personen das Haus besetzt, erklärt indes Kirchenpfleger Hermann Beck. „Nach einem freundlichen Gespräch sind sie jedoch wieder ausgezogen.“ Ein Sachschaden sei nicht entstanden, da das Haus sowieso zum Abriss freigegeben ist. „Die Gesamtkirchengemeinde hat das marode Gebäude gekauft, da es an das Grundstück der Gablenberger Kirche angrenzt“, so Beck. Was aus dem Haus wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. An Hausbesetzer in kirchlichen Gebäuden könne er sich indes nicht erinnern.

Auch Polizeisprecherin Ahlborn muss lange zurückdenken. „In den 1990er-Jahren war in der Augustenstraße im Stuttgarter-Westen ein Haus betroffen.“ Zudem könne sie sich noch an Hausbesetzer im Degerlocher Jugendhaus an der neuen Weinsteige erinnern.

 

Artikel vom 27.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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