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Ein Wasserträger der besonderen Art

Sprechende Roboter sollen Pflege in Heimen unterstützen

  So sieht der sprechende Roboter des Fraunhofer-Instituts aus.Foto: dpa
 

So sieht der sprechende Roboter des Fraunhofer-Instituts aus. Foto: dpa

 

Stuttgart (dpa) - Sie sprechen, tragen schwere Kisten und holen Wasser: Serviceroboter könnten künftig dem Personal in Alten- und Pflegeheimen lästige Routineaufgaben abnehmen. „Die Pfleger werden durch sie unterstützt und entlastet. Dadurch haben sie mehr Zeit für die Menschen“, sagt Theo Jacobs. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut (IPA) in Stuttgart, das die Roboter unter anderem zusammen mit der Universität Duisburg-Essen entwickelt hat.

In einem Stuttgarter Altenpflegeheim wurden die „Care-O-Bots“ im Mai erstmals getestet. Dabei habe sich gezeigt, dass Pflegekräfte und Bewohner die Unterstützung durch Roboter durchaus akzeptierten, sagte Jacobs. „Die Roboter haben Wasser gezapft, zu den Bewohnern gebracht und ihnen angeboten“, berichtet der Wissenschaftler. Die Heimbewohner hätten grundsätzlich positiv auf die Maschinen reagiert, aber auch gewusst, dass es nur ein Test war. „Angst vor den Robotern hatten sie jedenfalls nicht.“ Die Roboter werden seit drei Jahren entwickelt - federführend am IPA ist die Leiterin der Gruppe Haushalts- und Assistenzrobotik, Birgit Graf. Bisher können die Maschinen einfache Tätigkeiten verrichten, wie Post, Wäsche oder Getränke bringen. Bedienen lassen sich die Helfer über einen berührungsempfindlichen Bildschirm am Roboter oder über ein Smartphone.

Bei einem nächsten Test im Frühjahr 2011 sollen die Roboter schon etwas besser eingestellt sein, und zum Beispiel an einem Tisch sitzende Menschen erkennen und im richtigen Abstand vor ihnen anhalten. Sie sollen dann auch weitere Aufgaben erfüllen - etwa Gedächtnis- und Kombinationsspiele wie Memory oder Mühle mit den Menschen spielen. Die Roboter können selbst sprechen, sie sagen einfache Sätze wie „Dürfte ich hier bitte einmal vorbei?“, wenn sie in einem überfüllten Flur nicht weiterkommen, oder sie bieten ihrem Gegenüber ein Getränk an. Sprache verstehen können sie allerdings noch nicht. Über den Bildschirm sollen die Bewohner in den Heimen künftig die Spiele und Programme zum Gedächtnistraining starten, Musik spielen oder sich Gedichte vorlesen lassen.

 

Artikel vom 27.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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