DIE MEISTERMACHER
Der geplante Aufstieg
Landesliga-Basketballer von Rot-Weiß Stuttgart holen den Titel und kehren in die Oberliga zurück
Bad Cannstatt - Gesagt, getan. Die Landesliga-Basketballer von Rot-Weiß Stuttgart hatten vor der Saison den Aufstieg in die
Oberliga angepeilt und diesen mit 22 Siegen und nur zwei Niederlagen, eine davon wurde am grünen Tisch beschlossen, auch
geschafft.
Es war nicht immer gut bestellt um die Basketballer des ESV Rot-Weiß Stuttgart. Zumindest nicht nach dem Abstieg aus der Oberliga im Jahr 2004. Mühsam bastelte man in den Saisonen danach ein Team zusammen. Häufig bestehend aus Studenten. Sie erschienen plötzlich auf der Bildfläche, waren aber ebenso blitzschnell aufgrund von Studienende oder Uni-Wechsel wieder weg. Das Bild der Mannschaft änderte sich ständig. Dementsprechend war auch an erfolgreichen Basketball nicht zu denken. Vor drei Jahren versuchte es der neue Spielertrainer Ivica Ristic auf eine andere Art und Weise, wollte Kontinuität entwickeln und das Haltbarkeitsdatum der Mannschaft verlängern. Mitunter sich auch die gute Nachwuchsarbeit zu nutze machen. „Wir hatten uns damals einen Dreijahresplan zu Recht gelegt“, so Ristic. Bereits im ersten Jahr scheiterte man aufgrund eines Formfehlers am Aufstieg. Ein Jahr später hingegen kämpfte man wegen Verletzungen um den Klassenverbleib. Eine wichtige Erfahrung, vor allem für die Nachwuchsspieler, die Ristic bereits einbaute, obwohl sie noch Jugendspieler waren. Vor der abgelaufenen Spielzeit war für Ristic die Zeit reif für die Rückkehr in die Oberliga. „Wir hatten eine gute und vor allem eingespielte Mannschaft. Zudem war im Vorfeld kein Favorit erkennbar. Da schlug unsere Stunde.“ Und wie sie schlug. Die Rot-Weißen, auch Red Heat genannt, marschierten von einem Sieg zum anderen, landeten neun Erfolge über der 100-Punkte-Marke und führten die Gegner stellenweise vor. Es war schon Langeweile erkennbar. So waren der Titel und der Aufstieg bereits vier Spieltage vor Saisonende im „Korb“. Einzig der Ausrutscher gegen Zrinski Waiblingen und ein angeblicher Formfehler gegen Marbach beschmutzte die weiße Weste der Rot-Weißen.Wie gesagt, überraschend kam der Aufstieg für Ristic gleich aus mehreren Gründen nicht. Die immer noch für die U 20 des ESV spielenden und auch von Ristic trainierten Jordan und Michael Santana Pepen und Sabri Güzelkücük haben sich im Vergleich zu ihrer ersten Saison nochmals gesteigert und wurden von den Erfahrenen gut geleitet.“ Allen voran nennt der Spielertrainer dabei auch den erst 22-jährigen Cihan Kog. Der Aufbauspieler sei in entscheidenden Situationen immer durch Leistung und Einsatzbereitschaft aufgefallen und hätte das Team fortwährend motiviert. Zudem habe er sich mit David Jackson, einem weiteren Jugendspieler der vor der Saison vom MTV Stuttgart nach Cannstatt kam, bestens ergänzt. „Jackson muss man von Beginn an spielen lassen, damit er auf Betriebstemperatur kommt, während Cihan, egal wann er zum Ball greift, sofort Leistung bringt.“ Aber auch die Neuzugänge Stephan Böttcher und Aaron Mlinarevic hätten durch ihre Ausstrahlung und Erfahrung das Team enorm weitergebracht. Dementsprechend gebe es auch keinen Grund das Team für die Oberliga großartig zu verändern. „So wie es aussieht, bleibt der Stamm zusammen.“ Dazu sollen erneut Akteure aus der Jugend integriert werden und vielleicht so mancher neue Akteur verpflichtet werden. Denn die Rot-Weißen profitieren möglicherweise vom Abstieg des TV Zuffenhausen aus der Oberliga. Man könnte zum Auffangbecken für ambitionierte TV-Akteure werden. Egal, wer dann im September für die „Red Heat“ auf Korbjagd gehen wird, das Ziel wird „Klassenerhalt“ heißen.
Die Meistermacher
Sabri Güzelkücük, Jordan Santana Pepen, Stephan Böttcher, Michael Santana Pepen, Aaron Mlinarevic, Goran Savic. Ivica Ristic, Ruben Dietze, David Jackson, Cihan Kog, Dragan Savic, Danijel Ristic.



