„Roter Flitzer“ auf Jungfernfahrt
Nach der Taufe des historischen Schienenbusses führt die Fahrt nach Heilbronn
Stuttgart (red) - Ein historischer Schienenbus tritt am kommenden Samstag seine Einweihungsfahrt vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus nach Heilbronn an. Der Bahn-Oldtimer wird zuvor auf den Namen „Roter Flitzer“ getauft.
Der Schienenbus war in den 1950er und 60er Jahren eines der populärsten Fahrzeuge der Bahn und ist ein charakteristischer Vertreter der Wirtschaftswunderzeit. Er war bekannt für seinen unverwechselbaren, knatternden Motor-Sound und gilt bis heute als Sympathieträger jener Epoche. Von den rund 1500 Schienenbussen, die seinerzeit nebst dazugehörigen Steuer- und Beiwagen in Betrieb genommen wurden, sind nur wenige Fahrzeuge erhalten. Mit viel Engagement hat Gerd Hesse vom Reiseveranstalter DNV-Tours in Kornwestheim es geschafft, den alten „Bulli“ wieder auf die Schiene zu bringen. Er ist ein Modell der Waggonfabrik Uerdingen, die seinerzeit der wichtigste Hersteller des sogenannten „Retters der Nebenbahnen“ war. Die Garnitur mit drei Wagen bietet insgesamt 150 Sitzplätz e. Bei der Panoramafahrt im rundum verglasten Schienen bus sitzen die Passagiere dank umklappbarer Lehnen stets in Fahrtrichtung und können dem Lokführer über die Schulter schauen. Zudem werden sie von einem Schaffner in historischer Uniform, ausgerüstet mit „Galoppwechsler“ und Abreißblock, begleitet.
Um Reparatur und Instandsetzung des Fahrzeugs finanzieren zu können, hat Hesse den „Förderverein Schienenbus Kornwestheim“ ins Leben gerufen. Dieser will die Erinnerung an den Schienenbus als besonderes Kapitel der Bahngeschichte wach halten und den Bahn-Oldtimer im Fahrbetrieb der Öffentlichkeit zugänglich machen. Zu den Partnern gehört auch die Stuttgarter Privatbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu - so wird der „Rote Flitzer“ nun als mit dem runden „Wulle Biere“-Logo durch die Region knattern. Der Schienenbus wird am Samstag, 10. April, um 9 Uhr im Stuttgarter H auptbahnhof der Öffentlichkeit vorgestellt und vom städtischen Wirtschaftsförderer Klaus Vogt - in Anlehnung an seine charakteristische Farbgebung - auf den Namen „Roter Flitzer“ getauft. Anschließend geht die Fahrt von Gleis 1 aus zum Süddeutschen Eisenbahnmuseum Heilbronn, wo mit dem „Dampf-Samstag“ ein großes Spektakel stattfindet. Am Nachmittag geht es zurück nach Stuttgart. Die Einweihungsfahrt ist bereits ausgebucht. Doch der „Rote Flitzer“ wird öfter in Stuttgart Halt machen. DNV-Tours hat für dieses Jahr bereits einige Ausfahrten geplant. Der Schienenbus wird im Südwesten Deutschlands auf eintägigen Fahrten und mehrtägigen Kurzreisen eingesetzt und kann auch angemietet werden.



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