Kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr verärgert Kunden

BAD CANNSTATT: Tankstellenpächter registrieren erheblichen Umsatzrückgang

 


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(seb) - Seit 1. März gibt es landesweit zwischen 22 und 5 Uhr in Tankstellen und Supermärkten keinen Alkohol mehr zu kaufen. Die Kunden reagierten auf das neue Gesetz mit Unverständnis, den Zorn bekamen die Einzelhändler jedoch meist nur am Umsatzrückgang zu spüren.

„Dass der wütende Kunde an die Scheibe hämmert, ist eher die Ausnahme“, sagt José Matos, Pächter der Cannstatter Aral-Tankstelle in der Waiblinger Straße. Ab 22 Uhr verkaufen er und seine Angestellten nur noch durch einen Nachtschalter, die Verkaufsräume bleiben geschlossen. An den Scheiben und den Regalen hängen Schilder, dass der Verkauf von Alkohol zwischen 22 und 5 Uhr verboten ist. „Im Normalfall akzeptieren die Kunden das Verbot und ziehen weiter.“ Dadurch habe er erhebliche Umsatzeinbußen. „Es bricht uns nachts ein großer Bereich einfach weg. Auch kurz vor 22 Uhr gibt es keinen Ansturm“, so Matos.

In der Shell-Tankstelle an der Mercedesstraße sind die Zahlen ebenfalls rückläufig. „Zu Beginn hatten wir in der Nachtschicht leichte Probleme und Diskussionen mit den Kunden, doch es ist nicht so schlimm, wie erwartet“, sagt Stationsleiter Seref Araci. Man müsse dem einen oder anderen eben noch das neue Gesetz erklären. „Schwieriger wird es sicher während des Frühlings- und Volksfestes sowie bei den großen Open-Air-Veranstaltungen auf dem Cannstatter Wasen.“

Rewe-Sprecherin Sabine Stachorski ist indes von der Akzeptanz der Kunden in der Filiale am Ostenplatz positiv überrascht. „Die Supermarkt-Besucher zeigen, dass sie mit dem Gesetz nicht einverstanden sind, realisieren aber, dass unsere Mitarbeiter nichts dafür können.“ Durch das immense Medienecho seien die meisten Bürger informiert. „Teilweise entschuldigen sich Kunden an der Kasse, dass sie nicht an das Verkaufsverbot gedacht haben.“ In der Wangener Ran-Tankstelle in der Hedelfinger Straße kann man seit vergangenem Freitag auch nach 22 Uhr wieder Alkohol erwerben. „Ich habe seit mehr als 30 Jahren eine Schanklizenz und die Genehmigung durch einen Anwalt prüfen lassen“, sagt Pächter Helmut Fischer. Alkohol verkaufe er nur in geringen Mengen, sprich: für den sofortigen Gebrauch. Ein kleiner Flachmann oder ein Sixpack Bier seien in Ordnung, große Schnapsflaschen nicht. „Einen Kunden, der fünf Flaschen Wodka kaufen wollte, habe ich nach einigen Diskussionen des Geländes verwiesen.“

Artikel vom 09.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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