Lösung mit Frühbadern angestrebt
STUTTGART-OST: Bäderchefin soll bei einem gemeinsamen Termin Varianten fürs Mineralbad Berg besprechen
Seit Februar gelten im Mineralbad Berg neue Öffnungszeiten. Zum Leidwesen der Frühbader. Denn erst ab 8 Uhr öffnen sich jetzt die Tore. Die Grünen-Fraktion beantragte, die Öffnungszeiten zu überprüfen. Im Bäderausschuss gestern erhielt Bäderchefin Anke Senne-Bunn den Auftrag, mit den Frühbadern verschiedene Vorschläge zu besprechen.
Die eigenständigen städtischen Bäderbetriebe müssen zur Haushaltskonsolidierung 400 000 Euro einsparen. Deshalb wurden zum 1. Februar die Bäderzeiten geändert. So können im Mineralbad Berg die Frühschwimmer nicht mehr wie bisher bereits ab 6 Uhr ihre Bahnen ziehen, sondern erst um 8 Uhr. An drei Tagen warben die Bäderchefin Senne-Bunn mit ihren Mitarbeitern Anita Grube und Marius Hick von 5.30 bis 8 Uhr vor Ort für diese Maßnahme. Dennoch blieben Proteste nicht aus. Dies veranlasste die Grünen im Rathaus zu einem Antrag, in dem sie die Überprüfung dieser Regelung forderten.
Anhand der Kassenstatistik ermittelte das Bäderamt, dass die Zeit zwischen 6 und 8 Uhr im Jahresdurchschnitt am schwächsten besucht ist. Auch freitags und samstags zwischen 20 und 21 Uhr treffe dies zu. 30 Badegäste sind im Durchschnitt zwischen 6 und 7 Uhr im Bad, 46 zwischen 7 und 8 Uhr, 79 zwischen 18 und 19 Uhr. Die Alternative, statt der Frühöffnungszeiten die abendlichen Öffnungszeiten zu reduzieren, wurde nach einer Prüfung verworfen, da auch auf das durchweg gut besuchte Kursangebot in den Abendstunden nicht verzichtet werden könne und in den Sommermonaten eine kürzere Öffnungszeit am Abend undenkbar wäre.
Die Gesamtkosten einer Betriebsstunde im Berg lagen 2008 bei etwa 545 Euro, die Unterdeckung pro Betriebsstunde beträgt 303 Euro. Die Kosten können nur, so die Bäderchefin, durch weitere Einschränkungen beim Leistungsangebot spürbar reduziert werden. Eine Reduzierung des Personals am frühen Morgen sei nicht möglich, da die Sicherheits- und Hygieneanforderungen zu jeder Betriebsstunde gleich hoch sind. Erste Erkenntnisse hätten gezeigt, dass die Frühbader weit überwiegend dem Mineralbad Berg die Treue halten. Ein kleinerer Anteil nutze inzwischen die Frühbadestunden im Leuze.
Damit gaben sich die Grünen noch nicht zufrieden. Sie forderten Bäderchefin Senne-Bunn dazu auf, in Dialog mit den Frühbadern zu gehen. „Es reicht nicht aus, mit einzelnen Gästen zu sprechen“, so Werner Wölfle. So soll per Aushang ein Termin vereinbart werden, an dem möglichst viele Frühbader erreicht werden. Besprochen werden soll dabei die Variante Öffnung ab 7 Uhr und ein Extra-Obolus dafür. Denkbar sei laut Grüne auch der Zusammenschluss der Frühbader zu einem Verein. „Dem könnte mehr Verantwortung übertragen werden, was sich dann auf Kosten und Aufsicht auswirken würde“, so Wölfle. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einführung einer Jahreskarte, die eine Frühnutzung auch im Mineralbad Leuze von 6 bis 7.30 Uhr ermöglicht. Diese Möglichkeiten sollen jetzt, so der einstimmige Beschluss, mit den Nutzern besprochen und die Ergebnisse in der nächsten Bäderausschuss-Sitzung vorgelegt werden.
Angesprochen auf den großen Sanierungsbedarf in den städtischen Bädern antwortete Finanzbürgermeister Michael Föll, dass es Überlegungen dazu gebe. In keinem Fall habe er aber vor, Bäder zu schließen.



