Sanierungszwang belastet den Bäderetat
BAD CANNSTATT: Für 2,1 Millionen Euro müssen Decke und Fassaden der Leuze-Warmbadehalle komplett erneuert werden
Keine Frage, obwohl die Kur- und Bäderbetriebe immer wieder kleiner Instandsetzungsarbeiten unverzüglich erledigen, so lässt sich nicht verleugnen, dass das Leuze in einigen Bereichen in die Tage gekommen ist. Allerdings will Anita Grube, stellvertretende Bäder-Chefin, die rückläufigen Besucherzahlen nicht daran festmachen. „Wir bekommen sicherlich die ein oder andere Beschwerde“, so Anita Grube. Das habe in den vergangenen Monaten insbesondere die Duschen betroffen. „Ich hoffe, dass das Kalkproblem jetzt endgültig beseitigt wurde“, so Grube.
Was war passiert? Das Wasserleitungsnetz wurde umgebaut. Im Zuge dieser Maßnahme muss sich Kalk gelöst haben, der anschließend im Leitungsnetz zirkulierte. Das wiederum hatte zur Folge, dass die Duschköpfe mehrfach verstopft waren, was zu einigen Klagen seitens der Besucher geführt hatte. „Es hat einfach seine Zeit gebraucht, bis der Kalk aus den Leitung herausgespült wurde“, entschuldigt sich die stellvertretende Bäder-Chefin.
Und die rückläufigen Zahlen? Im vergangenen Jahr wurden „nur“ noch knapp 864 000 Besucher gezählt. Damit ist das Leuze zwar immer noch das bestbesuchte Bad in der Region, doch fehlen Einnahmen. „Mittelfristig wollen wir an die Zahlen vergangener Jahre anknüpfen“, so Anita Grube, denn 2003 und 2004 besuchten jeweils etwa 930 000 Badegäste das Leuze.
Aus Sicht der Bäder-Verantwortlichen ein realistisches Ziel, denn im Herbst soll endlich die Panoramasauna eingeweiht werden. Dann erwartet den Besucher im ersten Obergeschoss eine Erlebnissauna mit Salz- und Honigaufgüssen bei 90 Grad sowie eine 60 Grad warme Relaxsauna mit Licht und Musikeffekten. Zum Ausruhen laden die Wasserbetten im geheizten Ruheraum, dem sogenannten Tepidarium, ein. Sowohl im ersten als auch im zweiten Obergeschoss gibt es Terrassen. Eine besondere Attraktion ist die Panoramasauna im dritten Obergeschoss. Von dort aus werden Besucher künftig einen Ausblick zur Berger Kirche, Richtung Gaisburg und ins Neckartal haben - ohne selbst den Blicken von Passanten ausgesetzt zu sein. Der 80 Grad heiße Raum ist für 40 Personen ausgelegt.
Zusätzlich wird es auch im dritten Obergeschoss eine kleine Terrasse geben. Die Anlage mit ihren vielen Terrassen soll unter anderem mit Wildem Wein begrünt werden, die Bodenbeläge werden aus Naturstein mit Gold- und Silberquarzit sein. „Blick zum Weinberg“ lautet das Gesamtkonzept. Das Angebot soll sich deutlich von denen der Mitbewerber unterscheiden. Für den Umbau wurden 2,56 Millionen Euro vom Gemeinderat abgesegnet worden. Durch die neue saunalandschaft rechnet man mit jährlichen Mehrerlösen von bis zu 250 000 Euro pro Jahr.



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