Weingärtner wollen mit WG Unteres Murrtal fusionieren

BAD CANNSTATT: Mehr als 90 Prozent der Mitglieder stimmen für Zusammenschluss

 

Bereits in diesem Jahr sollen die ersten Trauben aus Rielingshausen in der Rommelstraße zu Wein gekeltert werden. Foto: Nagel
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Bereits in diesem Jahr sollen die ersten Trauben aus Rielingshausen in der Rommelstraße zu Wein gekeltert werden. Foto: Nagel

 

Die Weingärtner Bad Cannstatt streben noch in diesem Jahr eine Fusion mit der Weingärtnergenossenschaft Unteres Murrtal in Marbach-Rielingshausen an. Am vergangenen Dienstag plädierten in einer ersten Abstimmung mehr als 90 Prozent der Mitglieder für den Zusammenschluss.

Von Uli Nagel

Die WG Unteres Murrtal baut auf etwa 24 Hektar Wein an, der nach der Lese bei einer Annahmestelle in Rielingshausen gesammelt und anschließend bei der Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen gekeltert wird. Ein umständliches und teures Verfahren, weshalb im Jahr 2008 die Verantwortlichen der WG Unteres Murrtal bei den Cannstatter Weingärtner vorsprachen und eine Fusion anregten. Nach ersten Gesprächen mit seinen Vorstandskollegen stand für Gerhard Schmid, Vorsitzender der Weingärtner, fest: „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine gute Lösung.“ Zum einen sei die eigene Kelter in der Rommelstraße nicht ausgelastet; zudem haben die Weingärtner in den vergangenen Jahren durch Mitgliederaustritte etwa zwölf Hektar Anbauflächen verloren und verfügt somit nur noch über 44 Hektar. Ein Verlust, den man laut Schmid durch einen Zusammenschluss kompensieren könnte. „Die erste Weiche dafür wurde am vergangenen Dienstag gestellt“, sagt der Vorsitzende der Weingärtner. Denn 91 Prozent seiner Mitglieder votierten in einer ersten Probeabstimmung für das Vorhaben. Um die Pläne überhaupt weiter vorantreiben zu könne, waren 75 Prozent nötig gewesen.

Und so geht es weiter: Der Verband arbeitet in den kommenden Wochen einen Fusionsvertrag aus, dem die jeweiligen Vorstände und Aufsichtsräte zustimmen müssen. Abschließend benötigt man nochmals eine Zwei-Drittel-Mehrheit beider Generalversammlungen. Schmid hofft, dass diese Prozedur bis Ende Mai, Anfang Juni über die Bühne gegangen ist, so dass bereits noch in diesem Jahr der erste Wein aus Rielingshausen in Bad Cannstatt gekeltert werden kann. Ob die Cannstatter einmal den Wein des künftigen Partners in ihr Verkaufssortiment aufnehmen werden, steht noch nicht definitiv fest. Doch einige der Cannstatter Spezialitäten will Schmid schon bei der WG Unteres Murrtal platzieren.

Bekanntlich sind die Weingärtner Bad Cannstatt und die Weinmanufaktur Untertürkheim im Jahr 2008 eine Vertriebsgemeinschaft, die Weinvilla Stuttgart, eingegangen. Dort wurden der kaufmännische Bereich, die Mitgliederbetreuung und das Personalwesen der Genossenschaften zusammengeführt. Und unter dieses Dach sollen künftig auch die Mitglieder der WG Unteres Murrtal integriert werden.

Artikel vom 05.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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