Die Narren feierten bereits in der S- und Stadtbahn
MüHLHAUSEN: Erster Fasnetsumzug im Ort zum fünfjährigen Jubiläum der Donner-Hexen
Wer gestern Vormittag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, traf in S- und Stadtbahn reichlich gutgelaunte Narren. Sie waren alle auf dem Weg nach Mühlhausen, wo der erste Fasnets-Umzug durch den Ort stattfand. Der Grund: Die Donner-Hexen feierten fünfjähriges Bestehen.
Ein Jahr lang hatten Zunftmeister Paul Benthin und sein Team dieses Jubiläum vorbereitet. Ein prall gefülltes Wochenende hatten sie auf die Beine gestellt. Am Samstagabend wurde in der Turn- und Festhalle die 5. Donner-Nacht gefeiert. „Die Halle war proppenvoll, die Stimmung super“, schwärmte Manuela Barthel, die zweite Vorsitzende der Narrenzunft Donner-Hexen Mühlhausen. Dabei stellte sich das neue Turnballett, die Donner-Grazien, dem Publikum vor. Erstmals präsentierte sich da auch die neue Figur, der Donner-Teufel, der Öffentlichkeit. Narren, Garden und Guggenmusiken aus nah und fern feierten den Auftakt des Jubiläumswochenendes. Die Guggenmusik Schwoba Gwiddr Oberkochen, die Los Titzos aus Ditzingen und die Narrenzunft Bettelhexa mit ihrem Maskentanz sorgten für ausgelassene Stimmung bis weit nach Mitternacht.
Zum Narrenumzug hatten sich 1400 Hästräger und Musikanten angemeldet. Die weiteste Anreise hatte die Jocus-Garde aus Mainz und der Zentral-Elferrat der Kolpingfamilie Wiesbaden. Aus der Nähe von Ulm war der Schalmeien-Express Illertal Senden angereist. Ein Großteil der 45 Gruppen kam aus der näheren und weiteren Region. In der S-Bahn sorgte die 1. Calwer Narrenzunft für Stimmung. Da wurden schon die ersten Stimmungslieder angestimmt und diverse Getränke gereicht. Und auch am Hauptbahnhof sorgten die anreisenden Narren für Heiterkeit. Die wurde in der Stadtbahn fortgesetzt. Erste Besucher mischten sich bereits da mit den Masken- und Hästrägern. Die Waldhufenstromer Schömberg und die Verrückten Hühner Althütte bereiteten sich schon mal lautstark auf das bevorstehende Ereignis vor, das es so noch nie im beschaulichen Mühlhausen gegeben hat.
Die Umzugstrecke von der Balten-, Memeler, Rigaer und Arnoldstraße war mit Wimpelketten dekoriert, der Verein hatte noch am Tag zuvor Luftballons an die Anwohner verteilt. Diese zierten Balkone und Fenster. Einige hatten selbst Hand an die Deko gelegt. Die Erwartungshaltung war groß, die Nervosität beim Veranstalter ebenfalls. Fast ein Jahr Vorbereitungszeit lag hinter dem Verein. Die Mühen haben sich bezahlt gemacht. „Es war super gut“, strahlte eine zufriedene zweite Vorsitzende. „Das Publikum war begeistert, wir erhielten viel Lob und wurden aufgefordert, auch im kommenden Jahr wieder einen Umzug in Mühlhausen durchzuführen.“
Ein bunter Haufen bewegte sich eine Stunde lang durch den Ort. Angeführt von der Schützengesellschaft Freischütz, die immer in die Luft feuerten, wurde allerhand Närrisches und Musikalisches dargeboten. Zahlreiche Süßigkeiten wurden unter die Zuschauer gebracht, aber auch kleine Getränke gereicht. Immer wieder beliebter Schabernack: Die Kopfbedeckung entwenden und erst nach einer Weile wieder zurückgeben. Frisuren wurden zerzaust, Menschen umarmt, Gesichter bemalt, auf Balkone geklettert, überwiegend junge Frauen ein Stück des Weges mitgenommen oder auf einem Hexenbesen getragen.
An zwei Stationen der gut besuchten Strecke standen Sprecherwagen, die Informationen über die teilnehmenden Gruppen boten, reichlich Verpflegungsstationen versorgten die Zuschauer mit Ess- und Trinkbarem. Alles lief reibungslos, keine besonderen Vorkommnisse wurden vermeldet. Einer zweiten Auflage des Narrenumzuges durch Mühlhausen 2011 steht eigentlich nichts mehr im Wege. „Der Aufwand war schon enorm“, gibt Manuela Barthel zu bedenken.



