Erster großer Fasnetsumzug durch Mühlhausen
MüHLHAUSEN: Donnerhexen feiern fünfjähriges Bestehen mit Narren aus Wiesbaden und Mainz am 31. Januar
(if) - Mühlhausen steht eine besonders närrische Fasnetsaison bevor: Die Donnerhexen organisieren am Sonntag, 31. Januar,
anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens den ersten Fasnetsumzug durch Mühlhausen.
Zunftmeister Paul Benthin war auf die Idee zum Umzug gekommen, weil die Fastnetszunft zu ihrem fünften Geburtstag etwas Besonderes machen wolle. Und da die Mühlhäuser Donnerhexen sehr rührig sind, sogar närrische Beziehungen ins Rheinland geknüpft haben, werden auch Jecken aus Wiesbaden und Mainz zum Umzug in Mühlhausen erwartet. Insgesamt sollen 47 Narrengruppen mit 1700 Hästrägern durch den Ort ziehen. Aufstellplatz ist bei den Weinbergen in der Arnoldstraße. Dann geht der Zug los über die Balten- und die Rigastraße sowie die Memeler Straße und Arnoldstraße hin zur Turn- und Festhalle Mühlhausen.An der Festhalle wird dann mit allen Fasnetfans gefeiert. Dort soll es ein Narrendorf geben, wo sich die Narren von nah und fern auch stärken können. „Es gibt eine Party vor der Turn- und Versammlungshalle und nach dem Umzug wird in der Halle gefeiert“, verspricht Benthin. Der Umzug werde etwa ein bis zwei Stunden dauern, rechnet der Zunftmeister. Um 14 Uhr startet der närrische Lindwurm.Am Tag zuvor werden sich die Donnerhexen noch Warmlaufen bei ihrer Donnernacht am 30. Januar in der Turn- und Festhalle Mühlhausen. Auch die Schlossgeister, die im übrigen schon 20 Jahre alt sind, werden beim Umzug der Donnerhexen teilnehmen. Mit dabei sind die Hofener Scillamännle, die Knollenbäuche aus Münster und auch der Kübelesmarkt aus Bad Cannstatt hat sich angekündigt, um das Ereignis der Donnerhexen zu unterstützen. Ein Jahr lang haben die Donnerhexen das große närrische Ereignis vorbereitet. Sie werden natürlich auch etwas Besonderes präsentieren: Neu dabei sind die Teufel, eine neue Gruppe, die die Mühlhäuser noch nicht gesehen haben. „Wir hoffen auch auf zahlreiche Zuschauer“, sagt Benthin.Die Donnerhexen zählen 68 Mitglieder. Benthin stammt aus Hofen, wohnt mittlerweile in Remseck. Mitglieder der Donnerhexen kommen unter anderem aus Hofen, Mühlhausen, Waiblingen, Fellbach. Benthin war schon immer ein begeisterter Fasnetfan. Er hat sich die Masken und Häs der Donnerhexen ausgedacht. Mit seiner Freundin hatte er über den Namen der Fasnetszunft nachgedacht. Und da hat es gerade gewittert, erzählt Benthin. Welchen Namen wird es wohl nicht mehr geben, haben sie sich überlegt. Und so kam er, das Gewitter im Hintergrund, auf den Namen Donnerhexen. Die Symbolfiguren der Donnerhexen sind der Drache und der Engel. Der Teufel ist schon am 5. Januar auferweckt worden.Obwohl die Donnerhexen eine verhältnismäßig kleine Narrenzunft sind, wollen sie das große Spektakel in Mühlhausen wagen. Benthin, der von Beruf chirurgischer Assistent ist und auch für andere Gruppen schon Masken und Häs entworfen hat, blickt dem Umzug optimistisch entgegen.Seine Donnerhexen haben im übrigen jüngst in Ulm beim Brauchtumswettbewerb einen ersten Preis bekommen. „Wir wollen zeigen, was wir können“, sagt der Zunftmeister, „auch, dass kleine Gruppen etwas zustande bringen“. Und so wollen sie im Mühlhausen die Fasnet einmal mehr aufleben lassen.



