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Doppelfeier am Krankenhaus Bad Cannstatt

BAD CANNSTATT: Start für Neubau des Zentrums für Seelische Gesundheit und Einweihung des Verteilküche mit Mitarbeitercasino

 
 
 
Doppelten Grund zum Feiern gab es gestern am Krankenhaus Bad Cannstatt. Zum einen wurde die neue Verteilküche mit Mitarbeitercasino eingeweiht, zum anderen erfolgte der Startschuss für den Neubau des Zentrums für Seelische Gesundheit (ZSG). Wie es sich für sparsame Schwaben gehört, wurde beides zusammengelegt, scherzte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster.

Von Edgar Rehberger

Insgesamt mehr als 700 Millionen Euro wird ins Klinikum Stuttgart investiert, um es zu erweitern und rundzuerneuern. „Damit garantieren wir eine ausreichende medizinische Versorgung“, so OB Schuster. Diese ist auf zwei Standorte verteilt: In der Kriegsbergstraße in der Stadtmitte und am Krankenhaus Bad Cannstatt (kbc). Der Neubau für die Verteilküche und das Mitarbeitercasino an der Martha-Schmidtmann-Straße war nötig geworden, da der Platz für den Bau des Zentrums für Seelische Gesundheit benötigt wurde. Das bisherige Küchen- und Casinogebäude wird abgerissen. Die Speisen werden wie bisher auch im Versorgungszentrum des Klinikums Stuttgart hergestellt und zum kbc transportiert. 450 Patienten und 150 Mitarbeiter werden über die Verteilküche mit Essen versorgt, nach Fertigstellung auch das Zentrum für Seelische Gesundheit. Der Neubau kostete neun Millionen Euro. „Da steckt viel Technik und Logistik drin“, begründet Klinikums-Geschäftsführer Ralf-Michael Schmitz.

Der dreigeschossige Baukörper ist im Erdgeschoss und 1. Stock mit dem kbc verbunden. Das Mitarbeitercasino im 2. Obergeschoss, das auch für Veranstaltungen genutzt werden kann, wird über einen Verbindungsgang von der Eingangshalle der Chirurgie erreicht. Auch die Werkstatt, die auch dem ZSG weichen musste, ist im Neubau untergebracht.

Mit dem Baggerbiss von OB Schuster, der das letzte Gebäude der Energieversorgung, die im September verlegt wurde, abriss, begann der Start für den ZSG-Bau, der Ende 2011 abgeschlossen sein soll. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat der Gemeinderat mit seinem Baubeschluss grünes Licht für den Neubau gegeben - eine Investition von mehr als 60 Millionen Euro“, so Krankenhaus-Bürgermeister Klaus-Peter Murawski. „Damit wird seit 60 Jahren der größte Fortschritt für psychisch kranke Menschen erzielt.“

Das Zentrum für Seelische Gesundheit ist vorübergehend am Standort Bad Cannstatt untergebracht. Ursprünglich sollte es als letzte Baumaßnahme des Klinikums in der Stadtmitte durchgeführt werden. Der marode Zustand am Bürgerhospital gab den Ausschlag für den Gemeinderat, statt kostspieliger Sanierung am alten Standort den Neubau am kbc vorzuziehen. 2015 zieht das ZSG dann in die Innenstadt. Danach übernimmt das Zentrum für Altersmedizin die Räumlichkeiten.

Umfassendes Versorgungsnetz

„Das Zentrum für Seelische Gesundheit bietet ein hochmodernes, differenziertes und umfassendes Versorgungsnetz für Menschen mit psychischen Erkrankungen“, so Schmitz, „von ambulanten und tagesklinischen bis zu stationären Angeboten sowie ambulanter Beratung.“ Das ZSG weist 242 Betten auf, dazu kommen 24 Betten für die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 20 Rehaplätze in der Klinik Wendepunkte sowie 32 Plätze in der „Schule für Kranke“. Damit weise man eine komplette Prozesskette aus einer Hand auf. Zwei winkelförmig angeordnete kompakte Baukörper mit vier Ebenen, die durch eine zweigeschossige Halle verbunden werden, bilden den Neubau. Die Anordnung lasse die Topographie spüren, indem der natürliche Geländeverlauf optisch nachvollzogen werde.

Die „schwierige Parkplatzsituation im Umfeld“, so Bürgermeister Murawski, soll durch den Bau einer Tiefgarage entzerrt werden. 67 neue Stellplätze entstehen. Die SSB haben im Dezember vergangenen Jahres zugesichert, an der Haltestelle Nürnberger Straße Schilder anzubringen, die auf das Krankenhaus Bad Cannstatt hinweisen. Zudem bestehe die Möglichkeit sich mit finanzieller Beteiligung den Zusatz „Krankenhaus Bad Cannstatt“ an der Haltestelle zu erwerben. „Das wäre doch eine preisgünstige Marketingmaßnahme für das Klinikum“, schlug Murawski vor. Wenn der Betrag angemessen sei, könne man das machen, zeigte sich Klinikums-Geschäftsführer Schmitz nicht abgeneigt.

 

Artikel vom 16.01.2010 © Eßlinger Zeitung

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