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SSB mit Hybridbus-Einsatz zufrieden

Treibstoffverbrauch liegt 18 Prozent unter dem der bisherigen Fahrzeugflotte

Stuttgart (ae) - Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) plant ab Mitte nächsten Jahres, ihre Flotte um fünf Hybridbusse von Mercedes-Benz aufzustocken. Ein Testeinsatz in den vergangenen Tagen sollte Aufschluss darüber geben, wie sich die Technik im Praxisbetrieb auf die Verbrauchswerte auswirkt. Mit dem Ergebnis zeigt man sich zufrieden.

Fünf Tage lang war der Diesel-elektrische Hybridbus Citaro G BlueTec auf der Innenstadtlinie 42 unterwegs. Rund 500 Kilometer hat das Fahrzeug während dieser Zeit zurückgelegt, Steigungen - 8,5 Prozent in der Alexanderstraße und 9,5 Prozent in der Werfmershalde - bewältigte der Bus nach Angaben der SSB-Verantwortlichen „spielend“. Damit war Stuttgart europaweit die erste Stadt, in der sich der in Mannheim produzierte Bus im Alltagsverkehr behaupten musste.

Den knapp 18 Meter langen Hybridbus treiben vier elektrische Radnabenmotoren an, die ihren Strom aus etwa 350 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterien beziehen. Dieser Strom wird über Bremsvorgänge wie beispielsweise bei Gefällefahrten gewonnen und kann bei Bedarf auch über einen Generator erzeugt werden, der durch einen vergleichsweise kleinen Dieselmotor angetrieben wird.

Bereits an seinem ersten Einsatztag, am 14. Dezember, sei der neue Bus einigen Fahrgästen sofort aufgefallen: „Der fährt so leise und ruckelt gar nicht“, lautete ihr Eindruck. „Ein ganz anderes Geräusch, fast wie bei der Stadtbahn“, äußerten sich die Passanten. Entscheidend für die Anschaffung ist für die SSB-Führungsspitze jedoch die Menge des benötigten Kraftstoffs. Und auch hier zeigt man sich mit dem Ergebnis des Testeinsatzes zufrieden. Der Hybridbus habe auf 100 Kilometer im Schnitt 52,9 Liter Diesel verbraucht und lag damit im Vergleich zur SSB-Gelenkzugflotte um rund 18 Prozent niedriger.

Die Ingenieure des Herstellers sind überzeugt, dass sich bis zur Serienreife des Hybridbusses der Kraftstoffverbrauch weiter verringern wird. In gleichem Ausmaß, wie der Verbrauch gesenkt werden kann, reduziert sich schließlich auch der CO 2 -Ausstoß.

Die Landeshauptstadt hat es sich in den vergangenen Monaten zum Ziel gesetzt, beim Thema Elekromobilität bundesweit eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ein entsprechendes Konzept stellte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster den Stadträten vor einigen Wochen im Verwaltungsausschuss vor. Einen Bestandteil davon sind die neuen Hybridbusse. Nach dem positiven Test sollen vom kommenden Jahr an, fünf solcher Fahrzeuge in Stuttgart eingesetzt werden. Verhandelt wird derzeit über die Anschaffung von fünf Fahrzeugen, deren Kosten mit jeweils 750 000 Euro bis 800 000 Euro deutlich über den Preisen für einen Diesel-Bus liegen. Die weitere Entwicklung, die Erprobung und der Testeinsatz einer ersten Kleinflotte ist vom Bundesverkehrsministerium in das „Förderprogramm Elektromobilität“ aufgenommen worden.

 

Artikel vom 23.12.2009 © Eßlinger Zeitung

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