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Zug um Zug

In den Königsbau-Passagen hat ein kleines Modelleisenbahn-Museum eröffnet

St u ttgart - Die Landeshauptstadt ist seit Sonntag um ein kleines, feines Museum reicher: In den Königsbau-Passagen im Herzen der City eröffnete Michael Herberger die „Stuttgarter Modellbahnschau“. Zu sehen ist „die größte Spur-II-Sammlung der Welt“ mit mehr als 900 handgefertigten Exponaten.

Von Elke Hauptmann

Im dritten Obergeschoss des Einkaufszentrums hat Herberger exakt 888 Quadratmeter Fläche angemietet und dort neben Schauvitrinen, die es aneinandergereiht auf immerhin 170 Meter Länge bringen, auch eine 20 Meter lange und acht Meter breite Anlage aufgebaut. Dort rollen bis zu 14 Züge auf 300 Metern Gleisen durch eine Phantasiegebirgslandschaft, in der sich Fahrzeuggenerationen von Dampflok bis zum ICE begegnen. „Alles handgemacht“, betont der Museumschef und schaut stolz auf sein Werk: Insgesamt 10 000 Holzschwellen, 1500 Bäume und 700 Kilogramm Steinschotter sowie rund 8000 Dachziegel, allein für den Bahnhof, wurden benötigt. Die Loks und Waggons gibt es nicht als Bausatz im Handel zu kaufen, „das wäre viel zu teuer“. In einer Dampflok etwa stecken 3000 Einzelteile und bis zu 1500 Stunden Arbeit. Gut einen Meter lang und 25 Kilo schwer kann eine Modellbahn im Maßstab 1:22,5 schon mal sein. „Das sind die Größten unter den Kleinen“, erklärt Herberger. „Die Baugröße 2 ist vier Mal größer als Märklin H0.“ Das mache für ihn auch den Reiz aus: „Die Modelle kommen dem Original sehr viel näher.“Noch wirkt das Museum ein wenig provisorisch: der Teppichboden fehlt, das Absperrgeländer ist halb fertig, in der Ecke stehen einige unausgepackte Kisten. Und noch sind nicht alle 20 Schalter in Funktion, über die die Besucher die Züge starten und stoppen oder das Sägewerk in Betrieb setzen können. „Sechs Wochen Aufbauzeit waren einfach zu kurz“, entschuldigt sich Herberger, der mit seinem Privatmuseum von Hechingen nach Stuttgart umgezogen ist. Zuvor waren die Exponate, die der passionierte Modellbahnbauer zusammen mit zehn Freunden im Laufe von vielen Jahren zusammengetragen haben, in Sipplingen zu sehen. Dort lockte die Schau im Jahr 30 000 Besucher an, in Stutt­gart werden mindestens 50 000 Besucher jährlich erwartet. „Ich denke, der Standort ist ideal“, sagt Herberger, dessen Vertrag fünf Jahre läuft. Der Eröffnungstag zumindest lässt ihn hoffen: 600 Besucher zählte er am vergangenen Sonntag - da freilich war der Eintritt kostenlos. Ganz ohne Einnahmen aber kommt der gelernte Metzgermeister, der sein Hobby vor acht Jahren zum zweiten Beruf gemacht hat, nicht aus. Zuschüsse erhält das kleine Museum nicht, vom Eintritt müssen die Miete und das Personal bezahlt werden. Die „Stuttgarter Modellbahnschau“, Königstraße 26, ist montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro, für Kinder die Hälfte.

 

Artikel vom 01.12.2009 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

-› Artikel kommentieren

01.12.2009 13:58 von Klaus Schöbel

Liebe Elke Hauptmann, bitte nicht Böse sein, doch man merkt in Ihrem Bericht, dass Sie zum Medium "Modellbahn" keinen Bezug haben. Es ist einmalig in Europa, wieviele Handarbeitsmodelle in dieser Baugrösse in diesem Museum zu bewundern sind. Die Anlage ist mit ca. 150 qm (das entspricht der Wohnfläche eines Einfamilienhauses) auch nicht unbedingt klein. Dafür sind 6 € (Kinder 3 €) auch nicht zu teuer, berücksichtigt man die Mietpreise in der Stuttgarter Innenstadt. Ich persönlich kann den Besuch nur empfehlen und sei es nur, dass "Frau" ihre Einkäufe in Ruhe erledigen kann und "Mann mit Kind(ern)" in dieser Zeit aufgeräumt ist.


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