Circus Carl Busch - zwischen Tradition und Moderne

BAD CANNSTATT: Heute um 20 Uhr Premiere auf dem Cannstatter Wasen

 


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„Menschen, Tiere, Sensationen“: Der bekannte Slogan ist im Circus Carl Busch Programm. Seit mehr als hundert Jahren begeistern Clowns, Artisten und Tiere Groß und Klein. Heute Abend findet die Premiere auf dem Cannstatter Wasen statt - erstmals im neuen Zelt.

Von Annina Baur

Kaum hat der Krämermark nach dem Cannstatter Volksfest seine Zelte abgebrochen, geht es auf dem Wasen schon wieder geschäftig zu: Seit Tagen sind Vermesser, Statiker und das Aufbauteam des Circus Carl Busch im Einsatz. „Wird ein Zelt zum ersten Mal aufgestellt, dauert drei Tage, was später in zehn Stunden erledigt ist“, sagt Tourneeleiter Reto Hütter. Kein Wunder - schließlich besteht das drei Tonnen schwere Zelt aus mehr als 3000 Einzelteilen. 38 Meter Durchmesser und eine Höhe von 30 Metern hat das blau-weiße Zuhause der Artisten und Tiere, das innerhalb eines halben Jahres in Italien eigens für den Zirkus angefertigt wurde.

 

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Im neuen Zelt erwartet die Besucher klassischer Zirkus: Jonglage, Akrobatik, Tierdressur und natürlich Clowns. „Das Handwerk bleibt gleich, nur die Art der Präsentation hat sich im Lauf der Jahre verändert“, sagt Hüttner. Man biete heutzutage eine fließende, zweieinhalbstündige Show, in der neben dem Können der Artisten auch Choreographie, Licht, Musik und Kostüme eine wichtige Rolle spielen. Dennoch ist der Circus Carl Busch der Tradition verpflichtet: Schon immer wurde großer Wert auf Pferde- und Raubtierdressur und internationale Artisten gelegt - und das seit weit mehr als 100 Jahren. 1891 gründete der ehemalige Schwergewichtheber Carl Busch das Traditionsunternehmen. Zunächst beschäftigte er rund 20 Mitarbeiter, entwickelte sich aber schnell zu einem der führenden Zirkusse in Europa. In der Blütezeit in der 1930er Jahren waren bis zu 300 Mitarbeiter und Künstler für den Zirkus tätig, der seit Anfang des 20. Jahrhunderts sogar über ein eigenes Haus in Nürnberg verfügte, in dem parallel zu Tourneen das ganze Jahr über Vorstellungen stattfanden. Der Zweite Weltkrieg beendete diese Ära: Das Gebäude wurde komplett zerstört. Unterkriegen ließ sich die Familie Busch dennoch nicht. Man feierte bald wieder große Erfolge. Vor 20 Jahre übergab der letzte Nachkomme des großen Carl Busch den Zirkus schließlich in die Hände der befreundeten Familie Wille-Busch. Diese setzt die Tradition fort: Alfons und Marion Wille-Busch in der Direktion, Tochter Natascha und Sohn Manuel in der Manege - beide sind im modernen neuen Zelt mit ihren Tierdressuren zu sehen.

Der Circus Carl Busch gastiert bis zum 15. November auf dem Cannstatter Wasen. Vorstellungen finden montags bis samstags um 15 und 20 Uhr, sonntags um 15 und 18 Uhr statt. Karten sind im Vorverkauf beim Ticket-Center Breuninger und an allen Easy-Ticket-Vorverkaufsstellen, Telefon 255 55 55, sowie täglich von 10 bis 12 Uhr und jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellung an den Zirkus-Kassen erhältlich.

Artikel vom 23.10.2009 © Eßlinger Zeitung

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