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Ein Finne im Almhüttendorf

Original Flammlachs kommt gut an - Alpenländisches Flair im kommenden Jahr in kleinerer Ausführung

 
 
 
Stuttgart - Zum dritten Mal ist Nina Renoldi mit ihrem Almhüttendorf auf dem Cannstatter Volksfest vertreten. „Wir haben uns etabliert.“ Das Dorf sei eine feste Einheit auf dem Festplatz. Im kommenden Jahr wird es in kleinerer Ausführung dabei sein. Wegen des Landwirtschaftlichen Hauptfestes steht weniger Platz zur Verfügung.

Von Edgar Rehberger

Das Almhüttendorf steht in diesem Jahr auf mehr Fläche als im Vorjahr. Es grenzt bis an den Biergarten von Grandls Hofbräu-Zelt. Die Almhütte wurde vergrößert, bietet jetzt 1500 Gästen Platz und kommt wie ein Festzelt im Alpenstil daher. In der Almhütte gibt es jeden Tag Live-Musik. Auch im Dorf ist Unterhaltung angesagt. Auf einer Bühne sorgen Peters Almhüttenrebellen jeden Tag für Stimmung. „Und wir haben noch handgemachte Musik, die sich im Dorf bewegt“, beschreibt Nina Renoldi. Die Musik ist so gehalten, dass man sich noch unterhalten kann. Partystimmung und auf den Bänken tanzen ist nicht das Ziel des Almhüttendorfes. Deshalb liegt das durchschnittliche Alter der Besucher auch nicht bei 20 Jahren.

Dass im Dorf keine aggressive Stimmung herrscht, zeigt sich auch am Ordnungsdienst. Ursprünglich waren 20 Ordnungskräfte für das Almhüttendorf vorgesehen. „In Spitzenzeiten haben wir zehn im Einsatz“, beschreibt Renoldi.

Das Almhüttendorf startete vor drei Jahren, weil der Volksfest-Veranstalter neue Akzente setzen wollte. Das Französische Dorf wurde nicht mehr zugelassen, stattdessen auf alpenländisches Flair gesetzt. „Wir wollten eine neue Attraktion auf dem Festplatz haben“, begründet Marcus Christen, bei der in.Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft für Feste und den Cannstatter Wasen zuständig. Die Besucherfrequenz im ersten Jahr gab dem Veranstalter Recht. Das Almhüttendorf wurde gleich zum Magneten.

Die zahlreichen Holzhütten und das Angebot kamen gut an. Der Trachten-Bäda, der zunächst sehr skeptisch war, ob auf dem Cannstatter Wasen Dirndl, Tracht und Landhaus-Mode gefragt sind, wurde geradezu überlaufen. In diesem Jahr hatte er vor der Veranstaltung auf dem Gelände seine Waren in einem Zelt angeboten. Auch beim diesjährigen Volksfest ist er sehr zufrieden. Das Thema Tracht erlebt auf dem Volksfest einen wahren Boom. Denn so viele Dirndl- und Lederhosenträger sah man auf dem Cannstatter Wasen noch nie.

Neu dabei in diesem Jahr ist die Nuss-Akademie, die beim Frühlingsfest Premiere feierte und auf Interesse stieß. Man kann seine Tüte selbst zusammenstellen und aus verschiedenen Sorten auswählen. Es gibt Wasabi-Erdnüsse, die Chili-Mandel-Nuss, Nüsse mit Nutella-, Butter-, Rum-, Amaretto-, Eierlikör- oder Vanillegeschmack. Auf Zuspruch stoßen auch die beiden großen Weinfässer, in denen man sich niederlassen kann. „Wir haben uns die Rotweinfässer zugelegt, es riecht sogar noch ein bisschen danach.“

Sitzen in Rotweinfässern

Als Renner erweist sich der Stand, der mit alpenländischem Flair nicht viel zu tun hat. Das zeigen schon die Finnland-Fahnen, die aufgespannt sind. Verkauft wird dort Flammlachs aus Finnland. Dabei kann man bei der Zubereitung zuschauen. An offenem Feuer wird der Lachs platziert. „Da stehen immer viele Besucher und schauen neugierig zu. Es schmeckt auch sehr lecker.“ Zuschauen kann man auch beim Tiroler Glasbläser, der Kunstvolles und zum Gebrauch Geeignetes direkt vor den Augen der Besucher mit dem Mund geblasen herstellt und auch auf die Wünsche der Kunden eingeht. „Wir sind um Attraktivität bemüht und arbeiten weiter daran“, so Nina Renoldi.

2010 findet wieder das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Deshalb kann das Almhüttendorf nicht am angestammten Platz aufgebaut werden. „Da sind wir dann deutlich kleiner.“ Es werde wohl eher so wie auf dem Frühlingsfest ausfallen, wo auch wieder aufgebaut wird.

 

Artikel vom 09.10.2009 © Eßlinger Zeitung

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