Straßensozialarbeit bis Jahresende gesichert

BAD CANNSTATT: Bürgermeisterin Müller-Trimbusch sichert finanzielle Unterstützung zu

(ede) - Bis zum Jahresende ist das Projekt Straßensozialarbeit in Bad Cannstatt zunächst einmal gesichert. Die Finanzierung läuft zwar zum 30. Juni aus. Die Sozialverwaltung ist bemüht, eine Fortführung bis Jahresende zu gewährleisten. „Wir werden alles Geld zusammenkratzen, das wir auftreiben können“, versprach Bürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch, „und dafür auch andere Aufgaben hintanstellen“.

 

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Das Projekt der Ambulanten Hilfe und des Caritasverbandes, zum Großteil finanziert durch die Aktion Mensch, war nach drei Jahren ausgelaufen. In den Haushaltsberatungen für die Jahre 2008/09 gab es nur 40 000 Euro Zuschuss. Dies bedeutete, dass statt einer 100-Prozent-Stelle nur eine halbe Stelle bezahlt werden konnte. Die beiden Streetworker konnten deshalb nur noch zwei Mal pro Woche vor Ort sein. Zuvor waren sie drei bis vier Mal in der Marktstraße und am Bahnhofsvorplatz, um sich um die „Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten“ zu kümmern. Langfristiges und kontinuierliches Arbeiten war nicht mehr möglich. Bei Bezirksvorsteher Thomas Jakob häuften sich wieder die Beschwerdeanrufe. Das Projekt endet zum 30. Juni. Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt hat Anfang März einstimmig gefordert, das Projekt mit einer 100-Prozent-Stelle bis Jahresende fortzuführen und in den Haushaltsberatungen Gelder bereitzustellen, um das Projekt entsprechend fortzuführen.

Diesen Beschluss teilte Jakob gestern auch dem Sozial- und Gesundheitsausschuss mit. Die SPD im Rathaus hatte einen Bericht über die aktuelle Situation gefordert. „Eine Vorlage können wir erst zur Sitzung am 22. Juni ausgeben“, so Müller-Trimbusch. Bei den Gesprächen werden Vertreter der Projektträger und des Runden Tisches, der sich zum Thema Straßensozialarbeit gebildet hat, dabei sein. Das MedMobil, das im Juni seine Arbeit aufnimmt, kümmert sich medizinisch um wohnungslose Menschen. „Es macht dann auch einmal pro Woche am Bahnhofsvorplatz Station“, so die Bürgermeisterin.

Wie es im kommenden Jahr mit der Straßensozialarbeit in Bad Cannstatt aussieht, entscheidet sich bei den Haushaltsberatungen im Herbst diesen Jahres. Der Bericht in der Vorlage soll den Stadträtinnen und Stadträten die dafür notwendigen Informationen liefern, auch wenn sich nach den Sommerferien der neue Gemeinderat zusammensetzt. Im Prinzip sind sich alle Fraktionen einig und plädieren für eine Fortführung des Projektes. Die Frage wird sein, wie viel Geld dafür locker gemacht wird.

Artikel vom 19.05.2009 © Eßlinger Zeitung

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